Wie versucht wird, Wikipedia-Kritiker mundtot zu machen

von | 11.06.2018 | Blog, Juristische Aspekte | 8 Kommentare

Kann Kritik an Wikipedia gefährlich sein? Ein wenig verwunderlich mag diese Fragestellung bei einer seriösen, wissenschaftlich fundierten und gleichwohl spannend aufbereiteten Dokumentation, an der wir – 26 Autoren, darunter zahlreiche Professoren und Doktoren – derzeit arbeiten, schon erscheinen, behandelt sie doch vorwiegend Fakten, die offen für jedermann recherchierbar sind und in dem Buch solide belegt werden.

Nun gut: Mobbing, Stalking, Rufmord und gezielte Falschinformationen in der Wikipedia zählen nicht zu den Repräsentationsthemen des Mitmach-Lexikons, das sich gern “allgemeinnützig” und “lieb” geriert. Da mag noch harmlos anmuten, dass Anwälte bekannter Wikipedia-Mobber mutmaßlich mit Wikipedia-Spendengeldern finanziert werden, um vor Gericht gegen Kritiker anzutreten, die vom Wikipedia-Mob über Jahre hin übelst verunglimpft wurden und die sich jetzt (endlich!) wehren. Als Herausgeber des Schwarzbuchs Wikipedia erhielt ich kürzlich zu den gewohnten Anwaltsaktionen folgende Warnung:

“Ich bin XX von YY, war dort der IT-Experte. Hauptberuflich arbeite ich inzwischen in eben diesem Bereich in der Abwehr von Industriespionage.

Wir müssen Ihnen mitteilen, dass wir selbstverständlich jeden unserer Kontakte nachtinvasiv scannen. Leider haben wir heute schlechte Nachrichten.

Mit einer Wahrscheinlichkeit von >90 % ist davon auszugehen, dass Informationen über Ihr geplantes Buch derzeit zu Psiram fließen und dazu führen, dass die Artikel der geplanten Autoren dort aktuell sukzessive verschlimmert bzw. neu angelegt werden.

Mit einer rechnerischen Wahrscheinlichkeit von >70 % ist der Grund dafür eine Intelligence Software (Spionage, Trojaner) auf einem oder mehreren der beteiligten Computer, die durch handelsübliche Sicherheitssoftware undetektiert bleibt.

Mit einer rechnerischen Wahrscheinlichkeit von >20 % wurde ein Apple Gerät oder ein anderes Smartphone, am ehesten Ihres (oder W’s? oder K.’s?) gehackt und kann mitgelesen und mitgehört werden.

Bitte nehmen Sie diese Warnung ernst!

Wir empfehlen komplett verschlüsselte Systeme oder, besser, eine Umstellung auf Post, Briefkasten und Briefträger. Also analoge Kommunikation. Meiden Sie auch Voice-over-IP-Telefonie! Leihen Sie eine SIM-Karte von einem entfernten Bekannten und nutzen Sie ein nicht-internetfähiges Handy!”

8 Kommentare

  1. Andreas Mäckler

    Kürzlich eingetroffene Mails:

    M. K. schrieb: “Vielen Dank für Ihren Mut und Charakterstärke in diesen Zeiten der Einschüchterung und um sich greifenden Denunziation.”

    V. W. schreibt: “Lassen Sie sich nicht einschüchtern.”

    G. B. schreibt: “Vielen Dank für die Info und Warnung. Aber angesichts meiner Erfahrungen auf Grund meiner kritischen Ansichten zur Evolutionstheorie können mich pubertierende Aktivisten von Wikipedia oder Psiram nicht wirklich schrecken.”

  2. Andreas Mäckler

    Heute bekam ich folgende Anfrage, die wohl auch zum Thema passt:

    DAS FREIE WORT UNTER DRUCK?
    UMFRAGE: Untersuchung des PEN-Zentrums Deutschland und des Instituts für Medienforschung der Universität Rostock

    Sehr geehrter Herr Dr. Mäckler,

    wir möchten Sie sehr herzlich bitten, uns bei dieser Studie zu unterstützen. Die Befragung dauert ca. 10 Minuten.

    Wir untersuchen die gegenwärtige Situation der Freiheit von Wort und Schrift in Zeiten von »Shitstorms«, Hass-Rede, Online-Diskursen, Online-Überwachung und persönlichen Angriffen gegen Autorinnen und Autoren in Deutschland.

    Die Problemlage:
    Die sich häufenden Berichte über Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten führen laut dem Verein »Reporter ohne Grenzen« auch in Deutschland zu Einschränkungen der Freiheit in Wort und Schrift. So verweist »Reporter ohne Grenzen« in seinem Jahresbericht für 2017 auf eine hohe Anzahl von »tätlichen Angriffen, Drohungen und Einschüchterungsversuchen».
    Zu ähnlichen Ergebnissen, wenn auch in Bezug auf die staatliche Überwachung, kommt eine Studie von PEN America aus dem Jahr 2015. Demnach geben zwei Drittel der international befragten Autorinnen und Autoren an, schon mal ein brisantes Thema vermieden zu haben.

    Es fehlen jedoch konkrete auf Deutschland bezogene Studien. Der Bericht von »Reporter ohne Grenzen« ist transnational vergleichend angelegt und beschränkt sich auf festgestellte Problemfälle, während sich die Studie von PEN America ausschließlich auf die staatliche Überwachung bezieht. Mit unserer Untersuchung wollen wir nun für Deutschland ermitteln, wie weit die Angriffe auf Schriftstellerinnen und Schriftsteller tatsächlich verbreitet sind, und welche Auswirkungen sie auf die Betroffenen haben.

    Sie würden mit ihrer Teilnahme einen wichtigen Beitrag zur Darstellung eines fundierten Gesamtbildes bei einem Thema leisten, das uns letztlich alle umtreibt.

    Bitte nehmen Sie sich die Zeit und füllen Sie unseren Online-Fragebogen aus.

    Die Angaben sind freiwillig, völlig anonym und können nicht zurückverfolgt werden.
    Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben, sie werden ausschließlich im Rahmen dieses Forschungsprojektes verwendet.

    Hier der Link:
    https://www.soscisurvey.de/freie_Wort_2018/

  3. Andreas Mäckler

    Dem Wikipedia-System ähnlich: “Belästigt, verklagt, verurteilt”: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/oesterreich-ex-politikerin-sigrid-sigi-maurer-zu-geldstrafe-verurteilt-a-1232335.html

    Für das Schwarzbuch Wikipedia suchen wir weitere Gerichtsdokumentationen sowie Hinweise zu einzelnen Aktivisten, die im CCC (Chaos Computer Club) ebenso wie in der Wikipedia auffällig tätig sind – indem sie Wikipedia-Kritiker-Webseiten hacken. Vielen Dank! Redaktionsschluss ist Winter 2018 – derzeit haben vier Verlage an der Publikation der Dokumentation Interesse, die multimedial aufgebaut wird: Internet, Buch, Zeitschriften, Hörbuch und Film.

  4. Ein Ex-Wikipedianer

    Die Aufdeckung von Feliks ist lediglich die Spitze des Eisberges. Viel interessanter wäre, dem einen oder anderen Administrator und Oversighter nachzugehen und deren Verstrickungen aufzudecken. Hinter den Kulissen findet hier eine unglaubliche Parallelwelt statt, mit der diese die Wikipedia in ungeahnter Weise lenken und manipulieren und Systemkritiker kaltblütig und gnadenlos ausgrenzen.

  5. Andreas Mäckler

    Dieses weitere Urteil gegen die Machenschaften der Wikipedia ist ebenso bemerkenswert. Auch diese Prozessfolge bis hinauf zum BGH ist von Wikipedia-Spendengeldern finanziert worden, also wieder wird ein Wikipedia-Deliquent (Raubkopierer / Krimineller) aus Spendengeldern finanziell unterstützt, wie schon eine Reihe von Wikipedia-Mobbern und -Stalkern zuvor gegen Kritiker juristische Unterstützung finanziert erhalten haben und weiter bekommen: https://www.heise.de/newsticker/meldung/BGH-Urteil-zu-Museumsfotografie-Streit-um-das-kulturelle-Erbe-4257617.html?fbclid=IwAR0pY2l4E4-x2zvkMbtXCT6O9MrHn_Vhpyk18Zn92RUJr7sHzIUH8NMklr8

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